Der Currywurst-Kult in Berlin

knopke imbiss in berlinIch bin völlig unbedarft vor nicht allzu langer Zeit von Köln nach Berlin gezogen. Zuerst wunderte ich mich noch nicht mal über die Currywurststände, die hier an jeder Ecke zu finden sind. Vielleicht lief ich vorbei und nahm sie gar nicht wahr - ich weiß es nicht. Sicher ist aber, dass ich recht schnell eines besseren belehrt wurde. Es dauerte keine zwei Wochen, da wurde ich bereits schräg angeguckt: "Du hast noch keine Currywurst hier gegessen?" Eine entrüstete Frage! Daran müsse sich natürlich schnellstmöglich etwas ändern! Und schon wurde ich zu einer legendären Berliner Currywurst eingeladen.

Wobei anscheinend immer noch nicht vollständig geklärt worden ist, woher die gute Wurst denn nun tatsächlich stammt. Die Berliner sind natürlich einstimmig der Meinung, dass es Herta Heuwer war, die die mit einer Sauce aus Tomatenmark, Currypulver und Worcestershiresauce servierte Wurst in Berlin-Charlottenburg 1949 das erste Mal zum Kauf anbot. Andere Stimmen behaupten, dass die Currywurst in Hamburg bereits im Jahre 1947 verkauft worden sei.

Letztendlich ist es egal, wo die Wurst ihren Ursprung nahm, Kultstatus hat sie in Berlin allemal. Ob jung, ob alt, ob Bauarbeiter, Taxifahrer, Polizist, Geschäftsmann oder Manager, alle kommen sie zu den Buden, die in ganz Berlin verteilt sind. Besonders begehrt unter ihnen der "Konnopke" an der Schönhauser Allee und "Curry 36" am Mehringdamm, Hier waren sogar schon bekannte Sänger und Politiker und ließen sich die Wurst mit oder ohne Darm schmecken.